Die Klimarisiken der Berner Pensionskassen

19.3.2026
Renten drohen aufgrund des Klimawandels zu sinken, warnen Expert:innen. Erstmals hat WAV zusammen mit dem Berner Onlinemedium «Hauptstadt» die Klimarisiken der Berner Pensionskassen untersucht. Und gefragt, was sie dagegen tun.

Die Bernische Pensionskasse BPK sagt Transparenz-Forscher Florin Hasler ab 2057 eine Rente von 2000 bis 2500 Franken voraus. Die Kindergärtnerin Lea Oesch soll ab 2062 rund 3000 Franken erhalten, so die Bernische Lehrerversicherungskasse BLVK. Ob das realistisch ist, können sie nicht einschätzen.

Zu einem besorgniserregenden Schluss kommen renommierte Finanzexpert:innen. Sie warnen vor massiven Renditeeinbussen aufgrund des Klimawandels. «Wirtschaftlich können wir uns eine nie endende Covid-Krise vorstellen», sagt eine von ihnen. Betroffen sind vor allem junge Versicherte.

Trotz der Risiken verweigern beide Kassen Einsicht in ihre Investitionen. Und auch Aufsichtsbehörden prüfen Klimarisiken nicht. WAV hat die Aktieninvestitionen der beiden Kassen deshalb nachgerechnet. Das Ergebnis: Über 180 Millionen Franken investiert die BPK mutmasslich in Unternehmen, die zurzeit neue Öl- und Gasfelder erschliessen, fossile Kraftwerke bauen oder Pipelines errichten, rund 100 Millionen die knapp halb so grosse BLVK.

Hasler und Oesch sind irritiert. Wenn solche Risiken drohten, dürften sich Pensionskassen nicht verstecken, sagt Oesch. Verantwortung wahrzunehmen, bestehe darin, Probleme offen anzusprechen, findet Transparenz-Forscher Hasler. 

Artikel in der Hauptstadt, 19.3.26