Wie der Kanton Bern Wissen einkauft, statt es aufzubauen

14.4.2026
53 Millionen Franken gab der Kanton Bern 2024 für externe Beratung, Planung und IT aus. Und die Kosten steigen weiter, trotz des Sparauftrags des Kantonsparlaments. Eine Auswertung sämtlicher Mandate von WAV zusammen mit dem Berner Onlinemagazin «Hauptstadt» zeigt: Dem Kanton droht eine Abhängigkeit von Firmen wie Res Publica, APP und KPMG.

Das WAV Recherchekollektiv hat gemeinsam mit der «Hauptstadt» beim Kanton Bern die vollständige Liste aller externen Aufträge für das Jahr 2024 erfragt. Rund 500 Mandate, über 53 Millionen Franken. Die Auswertung zeigt ein strukturelles Muster: Die Ämter begründen ihre Aufträge fast immer gleich. Es fehle an Fachwissen, an Ressourcen, an einer unabhängigen Stimme von aussen. Allein die Beratungsausgaben im engeren Sinn sollen bis 2027 um ein Drittel auf über 30 Millionen Franken wachsen. Das Parlament hat zwar eine Sparvorgabe beschlossen. Ob sie greift, ist aber offen.

In einem zweiten Artikel zeigt die Recherche im Detail, wofür Steuergeld eingesetzt wird: FDP-Regierungsrat Philippe Müller liess sich von der PR-Agentur Farner Consulting unter anderem dabei beraten, wie er mit der Tamedia-Berichterstattung über eine Verhaftung auf dem Bahnhofplatz umgehen soll. Kostenpunkt 2024: 41'280 Franken. Die Namen der Berater und der Stundenansatz wurden vom Kanton geschwärzt, bevor die «Hauptstadt» die Dokumente einsehen konnte.

Artikel 1 in der Hauptstadt,14.04.2026:

Artikel 2 in der Hauptstadt,14.04.2026: