Acht öffentliche Pensionskassen beteiligen sich mit 638 Millionen Franken an Rüstungsfirmen. Darunter: Unternehmen, die Atomwaffen, Streubomben oder Antipersonenminen entwickeln, deren Finanzierung das Kriegsmaterialgesetz eigentlich untersagt.
Das zeigen Auswertungen des WAV Recherchekollektivs in Zusammenarbeit mit Saldo und CORRECTIV.Schweiz. Möglich ist diese Recherche, weil acht öffentliche Pensionskassen nach Öffentlichkeitsgesetzanfragen ihre Investitionen offenlegten. Zusammen halten sie rund 10 Prozent des Schweizer Vorsorgevermögens. Hochgerechnet investieren Schweizer Pensionskassen also rund 7 Milliarden Franken in Rüstungskonzerne.
Die Recherchen von Saldo und CORRECTIV.Schweiz zeigen: Möglich sind Investitionen in Atomwaffen oder Streubomben aufgrund einer Lücke im Kriegsmaterialgesetz. Rentiert haben umstrittene Titel wie Northrop, Palantir oder Elbit in den vergangenen Jahren jedoch enorm. Trotzdem ist ein Zusammenhang zwischen Rendite und den Investitionen in Rüstungsfirmen nicht ersichtlich.
Pensionskassen sind auf Gewinne angewiesen. Wie diese zustande kommen, muss debattiert werden. Möglich macht das die erstmalige Investitions-Transparenz. Alle Investitionen als Download sowie der Projektbeschrieb hier: https://wav.info/recherchen/tausend-milliarden-franken-verantwortung.
Wollt ihr selbst eure Pensionskasse anschreiben und um Einsicht ersuchen, schickt den Musterbrief von Saldo: https://www.saldo.ch/artikel/artikeldetail/pensionskasse-auskunftsbegehren-ueber-anlagen-in-waffen.
Habt ihr Einsicht erhalten? Dann schickt uns die Investitionen an olivier.christe@wav.info.